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07. September 2019
Okay, ich kann nachvollziehen, dass auch eine Sportwagen-Schmiede überleben möchte. Ob sie überleben kann und soll, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Konkret: Ob der Porsche Taycan, ein Elektroauto mit 761 PS, wirklich die Lösung ist, darf bezweifelt werden. Im Gegenteil, wenn der Gehirnschmalz fähiger Ingenieure in die Entwicklung eines derartigen Luxus-Spielgeräts fließt (ab 152.136 €), läuft etwas gewaltig schief. Einige scheinen es bloß noch nicht bemerkt zu haben. Reiche Schnösel, die glauben, durch den Kauf eines solchen Boliden Prestige zu erwerben, werden sich von dem Gedanken vielleicht schneller verabschieden müssen, als ihnen lieb ist. In blasierten Schickeria-Kreisen mag man damit noch geraume Zeit Eindruck schinden können, der große Rest wird darüber bestenfalls verständnislos lächeln ("der hat's wohl nötig"). Das Klima rettet man mit dem Porsche Taycan jedenfalls nicht, er stellt lediglich einen sündhaft teuren Persilschein für Vermögende dar. "Seht her, auch wir tun was fürs Klima", soll das heißen. Mit einem Wort: comedypreisverdächtig. Die Autos, die tatsächlich nötig wären, existieren womöglich noch nicht einmal in den Computern der Autobauer: klein, leicht, sparsam, erschwinglich. Den Porsche-Fahrer kann man in puncto Klimaschutz vernachlässigen, entscheidend ist der Massenmarkt. Doch diesbezüglich ist leider nicht allzu viel in Sicht. Unter Umständen auch, weil der Staat zu wenig lenkt.
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